Tipps rund um den PC für Hauptwerk 2.1+

Einen leistungsstarken PC benötigt man beispielsweise für rasantes Grafik-Rendering in 3D, Videobearbeitung und andere performance-intensive Vorgänge. In einem SoftwareSampler, so scheint es, ruft der Rechner ganz unspektakulär "nur" die Samples ab und sendet sie zum Audioausgang. In Hauptwerk ist dies jedoch nur ein kleiner Teil der tatsächlich ablaufenden Vorgänge: Zunächst müssen die Samples in Gigabytegröße der virtuellen Orgel innerhalb von wenigen Millisekunden zur Verfügung gestellt werden. Beim Spielen mehrerer Register erfolgt dann digitale Addition als Rechenvorgang, und dies für alle Einzelstimmen eines mehrmanualigen Instrumentes mit Pedal. Hinzu kommen umfangreiche, zur Modellierung gehörende Processingvorgänge, die in Echtzeit ablaufen. Diese Gesichtspunkte und die hohen Anforderungen an die Speicherausrüstung lassen erkennen, dass hier selbst ein großzügig ausgestatteter Standard-Bürocomputer schlichtweg untauglich ist.

Ausführliche Erklärungen darüber, welche Spezifikationen ein geeigneter Rechner für Hauptwerk haben sollte, würden den Rahmen dieser Webseiten übersteigen. Wer sich gründlich informieren möchte, ob ein vorhandener PC ausreicht oder wie ein neu anzuschaffender ausgestattet sein muss, findet ausführliche und zuverlässige Hinweise im User Guide von Crumhorn Labs. Orgelbits hat für die aktuelle Version eine deutsche Übersetzung mit vielen zusätzlichen Hinweisen erstellt, die - ergänzt durch viele weitere nützliche Tipps rund um Hauptwerk - als eOrganum für Hauptwerk 2.21 zu bestellen sind. Allerdings ist Rechnerszene ständig in Bewegung und auch Hauptwerk wird kontinuierlich weiter entwickelt, so dass nur eine neue Ausgabe des eOrganums lückenlos gültige Informationen enthalten kann. Soweit von Crumhorn Labs im Forum und an anderen Stellen veröffentlicht, finden sich im Appendix des eOrganum die neuesten Informationen. Ein Beispiel: Die Dual-Core-Generation von Intel-Hauptprozessoren erlaubt eine Steigerung der Polyphonie von 4096 Stimmen auf 8192 - eine glatte Verdopplung.
Inzwischen wird Hauptwerk auch von der Apple/Mac-Plattform unterstützt, so dass es nicht immer ein PC sein muss. Auch hier ist die Entwicklung im Bewegung; ein neues Betriebssystem wird uneingeschränktem 64-Bit-Betrieb mit den Vorteilen erweiterter Speicheradressierbarkeit ermöglichen.

Aufs Betriebssystem kommt es an
Wenn schon ein neuer Computer her muss, dann gehört ein Betriebssystem dazu, das kompromisslosen Ausbau sicherstellt. Daher führt gegenwärtig kein Weg an Windows XP vorbei, für das Hauptwerk (sowohl in der 32-Bit- als auch in der 64-Bit-Edition) optimiert ist. Es unterstützt ohne Tricks auch große Festplatten und vor allem Speicherkapazitäten weit über 512MByte - eine entscheidende Voraussetzung für den effizienten Einsatz von Hauptwerk. Dass Windows XP - selbst in der Home Edition - inzwischen stabiler arbeitet als vorhergehende Home-Versionen fällt ebenfalls positiv ins Gewicht.

Prozessor und Chipsatz - eine Symbiose
Da sich das selbst das Preisniveau von Mehrkern-Prozessoren in Grenzen hält und zudem immer günstiger wird, sollte die schnellste Version genommen werden, die man sich leisten kann. Vergessen wir dabei nicht, dass alle Komponenten des Mainboards wie Zentralprozessor (CPU), zugehöriger Chipsatz und nicht zuletzt die RAM-Module aufeinander abgestimmt sein müssen. Erst dann kann ein Rechner volle Leistung zeigen. Der Hauptprozessorchip ist keineswegs allein maßgebend!

Die RAM-Bestückung entscheidet über das Spielvergnügen
Die von Martin Dyde erwähnte Minimalausstattung für HW 2.1+ besteht aus einem Rechner mit 1GHz-CPU sowie 512MByte RAM. Inzwischen ist die Entwicklung von PC-Komponenten deutlich fortgeschritten, deshalb der Hinweis, dass ein derart bescheidener Rahmen es nur erlaubt, Orgeln kleineren Umfangs, und auch die oft mit Kompromissen zu spielen - und wir stehen erst am Anfang!
Größere virtuelle Orgeln erlauben farbenreichere Registrierungen, benötigen jedoch von 1,5GByte bis 8GByte RAM für ausgesprochen große Orgeln. Es empfiehlt sich daher dringend, beim Neukauf eines Rechners für HW 2.10 darauf zu achten, dass seine Hauptplatine genügend Steckplätze für einen RAM-Ausbau auf 4GByte (zukunftssicher sogar 8GByte) hat.
Fest steht: Im Hinblick auf HW2 bietet selbst der Einsatz einer teueren Server-CPU zusammen mit einem Server-Betriebssytem und einer speziellen 3GByte-Konfiguration (Switch) keine wirkliche Zukunftssicherheit.

UDMA-Festplatten genügen
Bei dem Betreiber dieser Seiten hat sich ein PC, bestückt mit einer UDMA-Festplatte, als völlig ausreichend erwiesen. Da keine extremen Umdrehungszahlen der Festplatte verlangt werden und diese sowieso nur beim Ladevorgang in Betrieb ist, hält sich bei 7200U/min auch die Lärmentwicklung in Grenzen. Um die Datensicherheit zu erhöhen, kann eine zweite Harddisk am gleichen Controller betrieben werden; sie speichert dann auch während des Spielens erzeugten wav-Dateien. Was die Größe der Harddisks anbelangt, so ist wenig zu gewinnen, wenn man an ihrer Kapazität spart. Mit 30 GByte ist man nur dann auf der sicheren Seite, wenn HW 2.1+0 mitsamt wenigen Sample-Sätzen im PC gespeichert wird. Einen natürlichen Datenzuwachs und Reserve eingeplant, kann es ein gutes Stück, d. h. etwa 150GByte mehr sein.

Zusatzkomponenten - keine Nebensache
Bei der Wahl der Grafikkarte kommt es vor allem auf optimale, augenschonende Auflösung an. Sowohl Bildschirmaufbau des virtuellen Orgelspieltisches, als auch Beschriftung der Registerknöpfe und die zusätzlich abgebildeten Tasten-Shortcuts stellen kaum Ansprüche an die Geschwindigkeit, erfordern jedoch ein scharfes, kontrastreiches Bild. Dies gilt auch, wenn die Betätigung von Registern und Spielhilfen über externe Hardware erfolgt.
Unter dem Angebot an Grafikkarten haben sich die Millenium-Modelle G450, G550 und inzwischen G650 von Matrox erfahrungsgemäß bewährt. Die mit dem Zusatz DH gekennzeichnete Dual-Head-Version erlaubt den Anschluss von zwei Monitoren. Wer seinen Rechner mit einem Flachbildschirm ausstatten will, kann auf einen DVI-Ausgang, d. h. eine digitale Videoschnittstelle an der Grafikkarte nicht verzichten.
Die Wahl der weiteren Peripherie hängt zum größten Teil von der Frage ab, welche Programme man auf dem Rechner sonst noch installiert. Eine On-Board-LAN-Karte hat durchaus ihren Nutzen, sollen die mit Hauptwerk erzeugten Audiodateien gleich auf einen zweiten Rechner übertragen werden, um sie dort zur Sicherheit zu speichern oder zu brennen.
Falls auf dem Mainboard eine Audiokarte integriert ist, empfiehlt sich eine Prüfung, ob sie HW unterstützt. Sollte dies der Fall sein, fragt sich dennoch, ob ihre Audio-Spezifikationen den eigenen Ansprüchen genügen. Es wäre unklug, an dieser Stelle die Qualität der Orgelsamples aufs Spiel zu setzen. Eine separate, professionelle Audiokarte, die garantiert mit gut funktionierenden ASIO-Treibern versehen ist, stllt auf jeden Falls ide besssre Lösung dar. Unverzichtbar ist ein CD-ROM-, bzw. DVD-ROM-Laufwerk, um die Samplebänke in den Rechner zu laden. Aktuelle Fragen rund um Hauptwerk werden im englischen Hauptwerk-Forum diskutiert.

Externe MIDI-Steuerung
Für den Anschluss der Keyboards (Manuale), des Pedals, der Schalter oder Tasten für Register und Setzer am PC gibt es auf der Hardware-Seite von Orgelbits ein grundsätzliches Schema.

Beschaffung des Hauptwerk-PCs
Wie schon gesagt, muss der Hauptwerk-PC ganz spezielle Eigenschaften aufweisen. Wer einen neuen Rechner für Hauptwerk anschaffen will, der es für einige Jahre ohne Probleme tut, dem sei empfohlen, sich an einen Computerausrüster zu wenden; er kann die nötige Ausstattung zusammenstellen und austesten - ganz abgesehen von möglichen Optionen eines After-Sales-Services.
Spezielle und spielfertige Hauptwerk-Rechner, konfiguriert in Standardausführung oder nach Kundenwunsch stellt Peter Voitz, Freilassing, zusammen - eine Firma. die durch den Vertrieb von Digitalorgeln einiges Know-How mitbringen dürfte. Auf den Webseiten gibt es Beispiele für konkrete Zusammenstellungen. Um dem Bedarf des wachsenden Markt an Hauptwerk-Liebhabern nachzukommen, beginnt man dort auch, Sample-Sätze zu vertreiben. Sie werden auf Wunsch spielfertig installiert.
Inzwischen ist auch Plenum Orgeltechnik voll betriebsfähig und bietet neben gestaffelten, auf Hauptwerk zugeschnittenen Rechnern eine Reihe von Orgel-Sample-Sets verschiedener Hersteller an. Zu den PCs gibt es ausführliche Spezifikationen auf den Webseiten.
Die Firma Staudte Musikcomputer verfügt im Bereich von Audiocomputern ebenfalls über langjährige Erfahrungen und stellt Audiorechner als Standardmodell oder nach Vorgabe zusammen.
Mehr anzubieten, als nur Rechner hat sich Uwe Horche vorgenommen. Das Angebot rund um Hauptwerk wird ständig vergrößert, so dass es sich lohnt, die Webseiten öfters zu besuchen.

Ballast in Windows XP entfernen
Die effizienteste Anwendungssoftware kann im schnellsten PC nicht richtig zum Zuge kommen, wenn viele unnütze Nebendienste ständig an der Leistung zehren. Außerdem machen sich unkontrollierte Verlagerungen von Rechnerressourcen während des Live-Spieles recht unangenehm bemerkbar. Als erste Verschlankungsmaßnahmen kommen in Frage:

- Das neue Design "Luna" von Windows XP ist ausgesprochen speicherfressend und bremst das System enorm. Mit einigen Handgriffen lässt sich die gewohnte Darstellung der vorherigen Windows-Versionen einstellen. Dazu klickt man an einer freien Stelle im Desktop einfach auf die rechte Maustaste und geht zu "Einstellungen". Im Fenster "Eigenschaften von Anzeige" wird das Register "Design" gewählt; danach wechselt man im Drop-Down-Menü auf die klassische Windows-Darstellung.

- Auch anstelle des neuen Startmenüs in Windows XP kann man zur klassischen Ansicht wechseln, indem man auf das "Start"-Symbol mit der rechten Maustaste klickt und "Eigenschaften" auswählt. Im Fenster "Eigenschaften von Taskleiste und Startmenü" nun das klassische oder das Standard-Startmenü auswählen. Der Aufbau des Startmenüs beansprucht ebenfalls Speicher und kann das System ausbremsen.

- Auch visuelle Effekte in Windows XP belasten das System sehr. Um sie einzuschränken, auf "Start" -> "Einstellungen" -> "Systemsteuerung" -> "System" klicken und dort das Register "Erweitert" und "Systemleistung/Einstellungen" wählen. Hier lässt sich zwischen "optimaler Leistung" (wenig Effekte, schnellerer Rechner) und "optimaler Darstellung" (reichhaltige Effekte, langsamer PC) auswählen. Eine benutzerabhängige Einstellung der Optionen ist natürlich auch möglich; dazu die gewünschten Effekte mit den Kontrollkästchen markieren.

- Zur Datenkomprimierung besser gängige Packer wie "WinZip" oder "WinRAR" benutzen, da diese sich nur dann laden, wenn man sie tatsächlich braucht. Windows XP bringt zwar ein ähnliches Programm mit, dieses arbeitet allerdings ständig im Hintergrund und bremst das System. Zum Entfernen auf "Start" -> "Ausführen" klicken. Dann in die Eingabezeile folgenden Text eingeben, dabei auf die Leerzeichen nach vor und nach "/u" achten: Regsvr32 /u zipfldr.dll

- Die ständig im Hintergrund aktive Indizierung von Laufwerken abstellen; dieser Vorgang verlangsamt den Rechner. Dazu den Ordner "Arbeitsplatz" öffnen und dasjenige Laufwerk aussuchen, dessen Indizierung deaktiviert werden soll (z.B. "Laufwerk C:\"). Rechte Maustaste klicken und "Eigenschaften" auswählen. Anschließend das Häkchen von "Laufwerk für schnelle Dateisuche indizieren" entfernen und mit "OK" bestätigen. Dies löscht die Indizierungsdatei und kann je nach Größe des Laufwerkes eine Weile dauern. Der Rechner müsste danach deutlich schneller werden.

- Falls das vorinstallierte Chat-Programm "Windows Messenger" nicht benötigt wird, sollte man es deinstallieren. Dies gelingt normalerweise nicht, da der Windows Messenger weder in der Softwareliste eingetragen, noch durch Löschen des entsprechenden Ordners komplett zu entfernen ist. Es hilft der Trick: Auf "Start" -> "Ausführen" klicken und folgendes in die Eingabezeile eintippen (wichtig ist das Leerzeichen zwischen "Section" und "%windir"):
RunDll32 advpack.dll,LaunchINFSection %windir%\INF\msmsgs.inf,BLC.Remove
Sobald die nachfolgenden Aufforderungen mit "OK" bestätigt wurden, ist der Windows Messenger verschwunden.

Diese Tipps wurden den Internet-Seiten von AOL entnommen. Wer die Buchform bevorzugt, dem sei der bezahlbare Titel "Echte Win XP Tuning Tipps" von Günter Born (ISBN 3-8272-6521-5) aus dem Verlag Markt und Technik empfohlen. Hier werden auf gut verständliche Weise viele Maßnahmen beschrieben, die den Rechner zu einem zügig arbeitenden Gastgeber für Hauptwerk machen.

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